Vortrag ‚Völkische Landnahme – Ideologie, Erziehung und politische Einflussnahme‘ | Referent*in: Andrea Röpke | veranstaltet von: ABAG | 08.04.2026 | 19 Uhr | ver.di Göttingen (Groner-Tor-Straße 32)
Seit Jahren siedeln sich junge extrem Rechte bewusst in ländlichen Regionen an, um dort generationsübergreifend „nationale Graswurzelarbeit“ zu betreiben. Dieser unauffällige Aktionismus ist gegen die moderne und liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet; es herrschen alte Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmuster vor. Die Aussteiger*innen von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk und nationales Brauchtum, organisieren Landkaufgruppen und eigene Wirtschaftsnetzwerke, die bundesweit agieren. Sie bringen sich in örtlichen Vereinen ein und gehen in die lokale Politik, um Umweltschutz mit „Volksschutz“ zu verbinden und eine angebliche „Überfremdung“ zu verhindern. Über die neue russische ‚Anastasia‚-Bewegung und ihre Idee der Gründung von Familienlandsitzen gewinnen wehrhafte und „vaterländisch“-geprägte Landnahme-Ideen auch in Niedersachsen neue Dynamik. Völkische Ideologie ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, dennoch ist sie Bestandteil der Politik der AfD, und auch in rechtsesoterischen und Reichsbürger- Kreisen breitet sie sich aus.
Die Fachjournalistin Andrea Röpke verfolgt seit Jahren diese kaum beachtete Entwicklung. Sie zeigt die historischen Wurzeln und aktuellen Vernetzungen auf, die bis in die Parlamente reichen. Dabei wird deutlich: Hier handelt es sich um eine deutlich unterschätzte Gefahr.