28.10.2026 | 19 Uhr | ZHG 004 der Universität Göttingen (Platz der Göttinger Sieben 5)
Save the dates im Oktober 2026!
Veranstaltungen Ende Oktober 2026 im Rahmen der ‚Alternativen O-Phase Göttingen‚:
Vortrag ‚Studentenverbindungen in Göttingen und die Extreme Rechte – Eine Einführung‘ | Antifaschistisches Bildungszentrum und Archiv Göttingen | 28.10.2026 | 19 Uhr | ZHG 004 der Universität Göttingen (Platz der Göttinger Sieben 5)
Vortrag ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen‘ | Antifaschistisches Bildungszentrum und Archiv Göttingen | 30.10.2026 | 19 Uhr | T-Keller Göttingen (Geismarlandstr. 19, Göttingen)
Langjähriger Neonazi unterstützt Landratskandidat Riethig

AfD Göttingen Kreisvorsitzender Justin Vogel neben Dennis Kulipper als Security bei Bürgerdialog am 14.08.2026 in Scharzfeld | Foto: Nico Kuhn
Der Neonazi Dennis Kulipper unterstützt den suspendierten Landrat Marcel Riethig in einem Youtube-Format. Das haben Recherchen des Antifaschistischen Bildungszentrums und Archivs Göttingen (ABAG) ergeben.
Am 9. September 2026 veröffentlichte eine Hann. Mündener Marketingagentur auf Youtube ein Video, mithilfe dessen sich der suspendierte Göttinger Landrat Marcel Riethig als Opfer einer Diffamierungskampagne darstellt. Als Leumund für sein freundliches Auftreten innerhalb der Göttinger Kreisverwaltung tritt in dem Video der Neonazi Dennis Kulipper auf. Kulipper, ehemals Franke ist mindestens seit dem Jahr 2007 in der Neonazi-Szene aktiv.
Vier Tage vor der Kommunalwahl in Niedersachsen lässt sich der inzwischen parteilose Landratskandidat Riethig von zweifelhafter Seite unterstützen. In dem veröffentlichten Video tritt Kulipper als Verwaltungsjurist auf, der bis 2023 als Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde des Landkreises Göttingen arbeitete. Brisant gerade in diesem Arbeitsfeld ist seine Vergangenheit und auch seine gegenwärtige politische Haltung.
Kulipper, ehemals Franke, wurde 2007 wegen Beteiligung an einem gewalttätigen Angriff in Pölchow auf linksalternative Jugendliche verurteilt. 2009 wurde er in einem Bildband porträtiert, als er einem jungem Neonazi ein Hakenkreuz auf den Oberarm tätowierte.

Dennis Franke tätowiert 2009 links im Bild sitzend ein Neonazi mit Glatze und ober körperfrei ein Hakenkreuz auf den Oberarm. © Pieter Wisse | Bestand: ABAG
Bis vor kurzem teilte er über sein im August 2026 gelöschtes Instagram Profil immer wieder Beiträge, die sich positiv auf die NS-Zeit beziehen oder rassistische Inhalte zeigen. Aus seinen Beiträgen lässt sich eine Übereinstimmung mit anderen faschistischen Akteuren herauslesen. Bis zum Löschen seines Accounts folgte Kulipper beispielsweise Götz Kubitschek, den AfD Kreisverbänden Göttingen und Northeim, der neonazistischen Bekleidungsmarke Kampfgeist – in Blood we Trust und weiteren extrem rechten Accounts.
Außerdem teilte er einen rassistischen Beitrag von Phillip Neumann, welcher im Bundesvorstand der neonazistischen Partei Die Heimat (ehemals NPD) sitzt und Schlagzeuger der Neonaziband Flak ist.
Als Mitarbeiter der Sicherheitsfirma SHR-Security, welche regelmäßig für AfD-Veranstaltungen im Dreiländereck gebucht wird, war Kulipper am 14. August 2026 bei dem AfD-Bürgerdialog in Scharzfeld im Landkreis Göttingen tätig. Er wird für die Firma außerdem als Ansprechpartner für Niedersachsen geführt.
Insgesamt fügt sich daraus ein Bild zusammen, nach welchem sich eine deutliche Kontinuität von Kulippers extrem rechten Ansichten zeichnen lässt. „Der Fall Kulipper beweist einmal mehr, dass Neonazis nicht einfach in der Versenkung verschwinden.“, sagte ein Mitglied des Antifaschistischen Bildungszentrum und Archiv Göttingen.
„Es ist für Demokrat*innen höchst bedenklich, dass Marcel Riethig am 5. September 2026 auf dem Demokratiefest in Herzberg mit SHR-Mitarbeiter Kulipper posiert und sich wenige Tage vor der Kommunalwahl durch diesen unterstützen lässt. Riethig muss hier umgehend für Aufklärung sorgen: Kannte er Kulippers politische Ansichten oder sympathisiert Riethig gar mit extrem rechten Positionen?“, so das ABAG abschließend.
Das Antifaschistische Bildungszentrum und Archiv Göttingen dokumentiert im Rahmen einer Chronik extrem rechte Vorfälle für das Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen.
Rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Vorfälle können unter chronik@antifaschistisches-archiv.org, per Signal Messenger an die Nummer +49 1521 96665059 oder über das Kontaktformular auf der Homepage gemeldet werden.
Vortrag: ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck‘
Vortrag: ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen‘
31.08.2026 | ab 18 Uhr | Juzi Göttingen (Bürgerstraße 41)
Eine militante und bundesweit vernetzte extreme Rechte gehört zur Regionalgeschichte des Dreiländerecks. Mit dem Vortrag wollen wir auf die Geschichte der rechte Szene im Dreiländereck eingehen und die aktuellen Entwicklungen skizzieren.
Wir wollen einen Überblick darüber geben, welche Strukturen es gibt und wie diese untereinander vernetzt sind.
Der Vortrag ist als Einstiegsvortrag konzipiert. Es wird kein Vorwissen benötigt.
Save the dates Ende August
Veranstaltungen in nächsten Wochen:
Vortrag ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen‘ | Referent*innen: Antifaschistisches Bildungszentrum und Archiv Göttingen | veranstaltet von: Bündnis ‚Friedland ist bunt‘ | 20.08.2026 | 20 Uhr | Dorfkrug Groß Schneen (Landstr. 10 37133 Friedland)
interaktiver Vortrag ‚Rechte Symboliken erkennen und benennen‘ | ‚Nach Dem Rechten Sehen‘ Festival Kassel | 22.08.2026 | 12 Uhr | Schlachthof Kassel Raum 2 (Mombachstraße 10-12)
Vortrag ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen‘ | Referent*innen: Antifaschistisches Bildungszentrum und Archiv Göttingen | veranstaltet von: ‚Feministisches Antifa Treffen‘ 31.08.2026 | ab 18 Uhr | Juzi Göttingen (Bürgerstraße 41, Göttingen)
Vortrag: ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck‘
Vortrag: ‚Rechte Strukturen im Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Hessen‘
20.08.2026 | 20 Uhr | Dorfkrug Groß Schneen (Landstraße 10, Groß Schneien)
Eine militante und bundesweit vernetzte extreme Rechte gehört zur Regionalgeschichte des Dreiländerecks. Mit dem Vortrag wollen wir auf die Geschichte der rechte Szene im Dreiländereck eingehen und die aktuellen Entwicklungen skizzieren.
Wir wollen einen Überblick darüber geben, welche Strukturen es gibt und wie diese untereinander vernetzt sind.
Der Vortrag ist als Einstiegsvortrag konzipiert. Es wird kein Vorwissen benötigt.
Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Kommunalwahlkampf 2026
Kommunalwahl Niedersachsen! Meldet uns (extrem) rechte Aktivitäten, Infostände, Plakate, Versammlungen usw. in Südniedersachsen per Signal Messenger mit Zeitpunkt, genauen Ort und Foto: +49 1521 9665059 oder per Kontaktformular
Vortrag ‚Extrem rechte Mobilisierungsstrategien‘ am 10.06 in Rosdorf
Facebook, Instagram, YouTube, TikTok, Szeneklamotten, Wandern, Kampfsport – die politisch extreme Rechte hat viele eher Medien und Strategien um ihre anti emanzipatorische und menschenfeindliche Meinung zu äußern und neue, gerade junge Menschen in ihre Richtung zu ziehen. Dieser Vortrag zeigt exemplarisch ein paar Strategien auf und ordnet sie ein. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Übersicht über die extrem rechte Szene in Südniedersachsen.
Veranstaltet vom Bündnis ‚Rosdorf für Vielfalt‘
10.06.2026 | 19 Uhr | Familienzentrum Rosdorf (Anne-Frank-Weg 2)
Podiumsgespräch zu neonazistischer Gewalt und dem Kampf dagegen in den 80er und 90er Jahren im „braunen“ Südniedersachsen‘
Rechte Gewalt im „roten“ Göttingen?
Podiumsgespräch zu neonazistischer Gewalt und den Kämpfen dagegen in den 80er und 90er Jahren in und um Göttingen.
08.06.2026 | 19:00 Uhr | Auditorium Göttingen (Weender Landstraße 2)
in Kooperation mit dem AStA der Universität Göttingen
Ab 17:30 Uhr wird außerdem die Ausstellung „Migrantischer Widerstand im Hamburg der 1990er Jahre“ von Gürsel Yıldırım gezeigt.
Leuchtspurmunition, die aufs JuzI abgeschossen wird; ein Nazi-Zentrum in Mackenrode; 200 Schüler*innen, die in Northeim gegen die zunehmende rechte Gewalt demonstrieren; eine Schlägerei “zwischen einer Gruppe Neonazis und ausländischen DemonstrantInnen”, in deren Verlauf die Polizei zwei Libanes*innen, jedoch keine Neonazis festnimmt.
Die 80er und 90er Jahre im Landkreis Göttingen sind von massiver rechter und rassistischer Gewalt geprägt, aber auch von einer sich formierenden antifaschistischen und migrantischen Gegenwehr.
Die Podiumsgäste werden sowohl aus persönlicher Erfahrung als auch aus wissenschaftlicher Perspektive auf die Zeit der 1980er und 1990er Jahre zurückblicken. Dabei soll es neben der rechten Gewalt, den Nazi-Strukturen aus denen sie hervorging und den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie ermöglicht haben, auch um antirassistische und antifaschistische Kämpfe gehen. Ebenso wie um die Frage was wir heute, mehr als 40 Jahre danach, aus dieser Zeit und ihren Kämpfen lernen können.
Buchvorstellung und Lesung ‚Hamburgs Baseballschlägerjahre – Rechte und rassistische Gewalt in den 1980er Jahren‘
‚Hamburgs Baseballschlägerjahre – Rechte und rassistische Gewalt in den 1980er Jahren. Gesellschaftliche Ursachen und staatliche Reaktionen‘
mit Felix Krebs und Florian Schubert
05.06.2026 | 19 Uhr | Buchladen ‚Rote Straße‘ (Nikolaikirchhof 7, Göttingen)
in Kooperation mit dem Buchladen ‚Rote Straße‘ und dem AStA der Universität Göttingen
Geflüchtetenunterkünfte, die brennen, Neonazis die Menschen jagen, angreifen, schwer und zum Teil tödlich verletzten. Der rassistische Mob, der sich vor dem brennenden Sonnenblumenhaus in Rostock eine Bratwurst kauft, das Grundrecht auf Asyl, dass in Folge der rassistischen Mobiliserungen faktisch abgeschafft wird. Die 1990er Jahre sind als sogenannte ‘Baseballschlägerjahre’ in die Geschichte eingegangen. Aber die eskalierende rechte Gewalt kam nicht aus dem Nichts und begann nicht erst mit dem Jahreswechsel 1989-1990.
In ihrem Buch zeichnen Felix Krebs und Florian Schubert die Alltäglichkeit rechter Gewalt und die Bedingungen unter denen sie entstehen konnte im Hamburg der 1980er Jahre nach. Sie führen auf, dass es in den 1980er Jahren in Hamburg mindestens acht Tötungen mit möglichem rechtem/rassistischem Hintergrund und mindestens 13 Bomben- und Brandanschläge, sowie über sechzig vollendete Körperverletzungen mit zum Teil mehreren Opfern und zum Teil schweren Verletzungen, gab.
Durch ihr Buch zeigen sie, dass rechte Gewalt bis hin zu Morden kein Phänomen ist, welches vor allem durch den aggressiven Nationalismus seit der Wiedervereinigung, oder durch spezifische Ursachen in der ehemaligen DDR erklärt werden kann, sondern ihre Ursache vor allem in der Gesellschaft der alten Bundesländer hatte.
Im Anschluss an die Buchvorstellung wird es Raum für Fragen geben.
Der Buchladen Rote Straße ist über Treppen oder eine steile Rampe, die mit Unterstützung befahrbar ist, erreichbar.